Stürmischer Applaus für „Mit oder ohne Simone“

Veröffentlicht am: 21. August 2026|Kategorien: Top Thema|

Ludwigshafen. Da ist er, einer dieser Momente, wie man sie beim Festival des deutschen Films auf der Ludwigshafener Parkinsel immer wieder erleben kann. Nichtsahnend geht man in einen Film, von dem man denkt, „könnte gut sein“ und verlässt die Vorstellung überrascht und glücklich ob der übertroffenen Erwartung. Die Ehe-Komödie „Mit oder ohne Simone“ mit den prominenten Hauptdarstellern Adele Neuhauser und Axel Milberg entlockt dem Publikum denn auch stürmischen Beifall bei der Premierenvorstellung im ausverkauften Zeltkino A auf dem Festivalgelände. Die Geschichte eines Ehepaares, das wie Hund und Katz und völlig pleite permanent im Clinch miteinander liegt, lässt schon zu Anfang auf schräge Entwicklungen hoffen. Für einen Wettbewerb mit dem Titel ‚Das glücklichste und liebevollste Paar reinen Herzens‘, bei dem es 100 000 Euro zu gewinnen gibt, versuchen die beiden, sich zähneknirschend zusammenzuraufen. 

„So herzhaft gelacht hab ich seit langem nicht!“, strahlt eine Besucherin auf dem Weg zum anschließenden Filmgespräch. Und genau hier ist er, der Ludwigshafener Moment, der besondere. Es sind heute nicht die Stars Adele Neuhauser und Axel Milberg, die auf dem Podium sitzen, sondern Regisseurin Mirjam Unger und Produzent Stephan Hönigmann, die gleich Dutzende neugierige Filmfans anlocken. Mirjam Unger, bereits mit zahlreichen Filmpreisen ausgezeichnet, verantwortete als Regisseurin unter anderem auch Teile der Erfolgsserie „Vorstadtweiber“. Hautnah plaudert sie nun aus dem Nähkästchen der Dreharbeiten der Co-Produktion von MDR und ORF: „Die Wahl der richtigen Perücke gemeinsam mit Schauspieler Axel Milberg für seine Rolle als Ehemann-Ekel“, so die Regisseurin, „war schon allein so etwas wie eine Komödie“. 

Der Anblick des sonst mit eher schütterem Haupthaar gesegneten Schauspiel-Stars mit eben jener Perücke sorgt denn auch gleich zu Anfang der Vorstellung in Ludwigshafen für Gejohle und großes Gelächter. Ob denn Adele Neuhauser und Axel Milberg angesichts der absurd-komischen Streitszenen nicht permanent selbst Lachanfälle bekamen während der Dreharbeiten, will ein weiterer Zuschauer beim Filmgespräch wissen. „Ja.“, so Produzent Stephan Hönigmann, „es gab durchaus Momente, in denen die beiden vor Lachen kaum weiterspielen konnten.“ 

Und doch, so Regisseurin Mirjam Unger über die mimische Glanzleistung ihrer Stars, „sind die beiden ein Niveau, das man so suchen muss.“ Dass der Film, der zuvor bei zwei kleineren Festivals als Preview gezeigt wurde, in Ludwigshafen solche Begeisterungsstürme hervorrufen würde, lässt die 56jährige mehr als beeindruckt sein. „Das hier heute war sensationell, die Stimmung während und nach dem Film, das werd ich allen erzählen, die daran mitgearbeitet haben und heute nicht hier sein können. Und dass das Publikum so derart viel Emotion gezeigt hat.“. Oder, wie es eine Zuschauerin beim Filmgespräch sagt, „Das ist doch die Hauptsache bei einem Film. Dass ich nicht denke: ‚wann ist der Film zu Ende?‘, sondern: ‚oh, schon vorbei!‘. 

Hauptdarstellerin Adele Neuhauser, bekannt aus dem Wiener Tatort, soll auch noch persönlich auf die Parkinsel kommen. Für den 2. oder 3.9. ist sie angekündigt und sorgt damit vielleicht für einen weiteren dieser überraschend-besonderen Momente, auf die man sich beim Festival des deutschen Films immer wieder freuen kann. (Von Susanne Kripp)

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