Geschichte

Die Geschichte unsere Unternehmens

Mit einer Auflage von 3.300 Exemplaren und dem "Geburtsjahr" 1905 ist das Schifferstadter Tagblatt eine der kleinsten, noch selbständigen und ältesten Lokalzeitungen in Deutschland. Gegründet als "Anzeiger von Schifferstadt" von Emil Geier, dem Großvater des jetzigen gleichnamigen Herausgebers, erschien das Tagblatt erst ein Mal wöchentlich, ab 1910 wurde es zum Amtsblatt von Schifferstadt und erschien dreimalig und ab 1927 als Tageszeitung.

Die erste Rotation

Erster Weltkrieg

Die Geschichte der Zeitung, seit Gründung in Familienbesitz, verlief nicht immer linear und spiegelt die bewegten Jahre der Bundesrepublik im 20. Jahrhundert wider. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges war das Erscheinen des "Schifferstadter Anzeigers", wie das Blatt sich vom 1. Januar 1906 an nannte, mehr als einmal in Frage gestellt: Emil Geier wurde zum Heeresdienst einberufen, und der Betrieb konnte nur notdürftig aufrecht erhalten werden. Als der Bewegungskrieg sich in einen Stellungskrieg verwandelte übernahm der "Bote vom Rehbach", so hieß die Zeitung nach einem erneuten Namenswechsel seit 1917, die Vermittlerrolle zwischen Heimat und Front. Hunderte von Exemplaren wurden von der Feldpost in die Schützengräben geliefert.

Die Zeitung im Dritten Reich

Nach Kriegsende und einer Phase des Aufbaus, in der ein neues Betriebsgebäude erstellt und der Maschinenpark erweitert wurde, legte der Anbruch des Dritten Reiches die nicht parteigebundene Presse in eine neue Zwangsjacke, die jede Entfaltung unmöglich machte. Im September 1935 verstarb der Zeitungsgründer und Verleger Emil Geier und sein Sohn, Hanns Geier, übernahm die Leitung des Betriebes in einer schwierigen Situation. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war gleichzeitig der Beginn der zwangsweisen Einstellung der kleinen Zeitungen, wovon auch das Tagblatt nicht verschont blieb. Am 20. Juni 1942 erschien die vorläufig letzte Ausgabe der Zeitung.

Neubeginn nach Kriegsende

Nach Kriegsende entstand zunächst eine neue Generation von Zeitungen, die Lizenzpresse, hervorgegangen aus militälizenzierten Mitteilungsblättern, die sich schnell und konkurrenzlos zu regionalen und überregionalen Zeitungen entwickelten. Als der Lizenzzwang 1949 aufgehoben wurde, machte sich Hanns Geier an die schwere Aufgabe, das „Schifferstadter Tagblatt“ wieder aufleben zu lassen. Die 60er und 70er Jahre waren für kleine Lokalzeitungen in Deutschland keine einfache Zeit. Viele waren vom sogenannten Zeitungssterben betroffen.

Das Schifferstadter Tagblatt konnte sich behaupten, allerdings nicht ohne wichtige Umstellungen vornehmen zu müssen. Es schloss sich der Redaktionsgemeinschaft deutscher Heimatzeitungen (RdH) an, die den Mantelteil der Zeitung mit Politik, Nachrichten aus aller Welt und Sport lieferte. 

Hanns Geier

Heute erhält das "Tagblatt" diesen überregionalen Teil vom "Gießener Anzeiger". Der Lokalteil, inklusive Lokalsport, wird nach wie vor selbst hergestellt.

Mit neuer Technik ins neue Jahrhundert

Blick in die Hand-Setzerei

Nach dem Tod von Hanns Geier 1974 übernahm sein ältester Sohn Emil Geier den Betrieb. Seit 1996 ist seine Tochter Susanne Geier für Anzeigen und Vertrieb verantwortlich. Neben den strukturellen Anpassungen an die ständig veränderten Bedingungen auf dem deutschen  Zeitungsmarkt, spielten in den letzten Jahre vor allem die technischen Veränderungen, durch die die tägliche Zeitungsherstellung grundlegend verändert wurde, eine wichtige Rolle bei der Fortführung des Tagblatt

Die Umstellung von Bleisatz auf Computerfotosatz, von der manuellen auf die am Bildschirm vorgenommene Ge-staltung der Zeitung musste vorgenommen werden. 

1993 wurde eine moderne Rotationsmaschine zum Vierfarbdruck in Betrieb genommen, die eine farbige Gestaltung der Zeitung möglich machte und auch für Druckaufträge des Geier-Druck-Verlag zur Verfügung steht.