Lokalseite

Montag, 6. Februar 2012

„Rotkreuzpolitisch richtige
Entscheidung“
DRK-Vorsitzender Christoph Werner über die Entwicklung nach der Fusion – Jugendarbeit schwierig

Gut ein halbes Jahr ist es her, seit die Ortsverbände des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) von Schifferstadt und Dannstadt-Schauernheim miteinander verschmolzen (wir berichteten). „Schon allein rotkreuzpolitisch war das die richtige Entscheidung“, ist der Vorsitzende des Gesamtvereins, Christoph Werner, nach wie vor im Tagblatt-Gespräch überzeugt von der Fusion.
Hinsichtlich der Entwicklung der DRK-Ortsverbände werde sich ohnehin etwas ändern. „Generell gehen die Überlegungen dahin, die örtlichen DRK in Einheiten zusammen zu fassen“, merkt Werner an und richtet seinen Blick auf Römerberg und Böhl-Iggelheim. Die DRK dieser beider Gemeinden sollen im laufenden Jahr zu einem Ortsverband zusammengelegt werden; ebenso Otterstadt und Waldsee.
„Von daher hatten wir die Vorreiter-Rolle, was auch dazu motiviert hat, die Sache zu planen und nach einem geeigneten Partner zu suchen“, führt Werner aus. Dass das Fusionieren gar nicht so leicht ist, weiß der Vorsitzende. „Es gibt so viele Lokalpatrioten“, begründet er die Problematik. Für Dannstadt-Schauernheim sei der Zusammenschluss mit Schifferstadt jedenfalls mit Sicherheit ein Gewinn.
Großen Anklang gefunden habe vor allem der in Dannstadt-Schauernheim installierte First Responder. Unterstützung hinsichtlich der Kosten habe die Kommunalpolitik dort in Aussicht gestellt. Recht schwierig gestalte sich trotz Fusion allerdings die Mitgliedergewinnung. „In Dannstadt-Schauernheim wurde über Jahrzehnte nicht viel gemacht“, nennt Werner das Grundproblem. Was lange Zeit versäumt worden sei, könne nicht binnen sechs, acht Monaten wieder aufgebaut werden.
Ein wenig intensiviert worden sei die Jugendarbeit. Das Zentrum Alte Schule in Dannstadt sei dafür unentgeltlich für Jugendrotkreuztreffs alle zwei Wochen zur Verfügung gestellt worden. „Wir haben das in allen Ortsteilen publik gemacht“, betont Werner. Die Resonanz bei der Zielgruppe – den Sieben- bis 15-Jährigen - sei bescheiden gewesen. „Ich denke, es ist einfach keine Zeit da – und keine Lust“, ist der Vorsitzende enttäuscht über mangelndes Interesse am Einsatz in der Hilfeleistung für andere. „Für viele“, wirft er ein, „ist das DRK vielleicht nicht attraktiv genug.“
Trotzdem will der Ortsverein dran bleiben und weiter Jugendwerbung betreiben. Gerade seien wieder Info-Blätter an den Schulen verteilt worden. „In Schifferstadt haben wir auch fast ein Jahrzehnt gebraucht, bis wir das Jugendrotkreuz zum Laufen gebracht haben“, ist Werner zuversichtlich.
Anpacken und Dienst leisten heißt es trotz enger Personalrate auch weiterhin. Abgesehen von Renovierungsarbeiten am Vereinsheim in der Rehbachstraße hat das DRK seinen nächsten größeren Einsatz bei der Straßenfasnacht. Rund zehn Einsatzkräfte werden vor Ort sein. Und auch ans Rettichfest denkt Werner schon: „Da werden wir zum ersten Mal mit einem Stand vertreten sein.“ -kai


 

 

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